13. November 2018 | Galerie, Shop Fitting & Store Design, Shopping Today

Der dlv – Netzwerk Ladenbau e.V. organisiert einmal im Jahr in Kooperation mit EuroShop eine Tour in eine internationale Metropole. Auf diesen Touren werden Trend-Locations besucht, die durch ein bemerkenswertes Store-Design bestechen. Nach New York, London und Las Vegas führt die vierte dlv-Tour in die Megastadt Tokio.

Gruppenfoto mit den Teilnehmern der dlv Tour in Tokio; copyright: Dirk Kunze

© Dirk Kunze

Vom 29. August bis zum 1. September 2018 erkundeten die Teilnehmer Luxusmeilen wie die Ginza-Chuo Avenue, den exklusiven Einkaufsboulevard Omotesando, das Designerviertel Aoyama sowie das geschäftig-coole Viertel Shibuya oder die hippe Mall LaForet für die jungen Fashionistas.

Im Fokus der Beobachtungen standen nicht nur Shop-Design und Retail-Architektur, sondern auch verwendete Materialien, der Einsatz von Digital Signage, Cross-Channel-Konzepte, Visual Merchandising und Nachhaltigkeit.

Gegensätze zwischen Luxus und Lässigkeit

Tokio bietet sowohl junge als auch traditionelle Malls und einen innovativen Einzelhandel. Puristische Ästhetik und hochtechnisierte Welt mischen sich mit jahrhundertealten Traditionen und japanischer Exotik. Spektakuläre Architektur trifft auf Jahrhunderte alte Schreine und Tempel.

Tokios Luxusmeile Ginza-Chuo Avenue gehört seit Jahren zum exklusiven Kreis der zehn teuersten Einkaufsstraßen der Welt. Das architektonisch jüngste Juwel heißt GSIX. Nach der Eröffnung im April 2017 kamen innerhalb von 18 Tagen 1,5 Millionen Besucher, um den Luxustempel zu bestaunen, im Dior-eigenen Café einzukehren oder auf dem Dachgarten zu entspannen. Neben den bekannten Designerlabels wie Valentino, Céline oder Chloé sind vor allem japanische Modemacher wie Issey Miyake und Kenzo vertreten.

Shopping Mall in Tokio; copyright: Messe Düsseldorf Japan / Moerke

Galeria in Midtown, Tokio © Messe Düsseldorf Japan / Moerke

Im vierten Stockwerk stellen japanische Manufakturen ihre hochwertigen Produkte vor, eine Reminiszenz an das japanische Handwerk, das einen hohen Stellenwert in der japanischen Gesellschaft hat.

Tokio Midtown ist ein Gebäudekomplex im Stadtteil Akasaka, der im März 2007 fertiggestellt wurde. In den sechs Gebäuden befinden sich neben Büros und Wohnungen zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants.

Der vielleicht größte Gegensatz zu hiesigen Verhältnissen, der von den Teilnehmern beobachtet wurde, liegt im Umgang mit den Kunden. Während der Handel hier darüber nachdenkt, die Digitalisierung in den Läden voran zu treiben und dem Kunden viele Möglichkeiten zur Selbstbedienung zu bieten, sind die Japaner begeisterte Dienstleister und bedienen mit augenscheinlich großer Freude und endloser Geduld. Selbst in winzigen Läden sind nicht selten vier Verkäufer zur Stelle, deren Freundlichkeit unübertroffen ist.

 

Angela Krause vom dlv fasst die Erfahrungen der Tour 2018 zusammen: „Tokio ist eine großartige Stadt. Das Traditionsbewusstsein der Japaner, der unübertroffene Service in Geschäften und Restaurants, die Sauberkeit und die gute Infrastruktur auf der einen Seite, die Modeverrücktheit der jungen Japaner, die lärmende Lässigkeit trendiger Viertel wie Shibuya und die Liebe zu modernem Design auf der anderen Seite machen Tokio zu einer besonderen Stadt. Die meisten Teilnehmer der dlv-Tour waren das erste Mal in dieser Stadt und sind als begeisterte Fans zurückgekehrt.“

Quelle: dlv – Netzwerk Ladenbau e.V., bearbeitet von Julia Pott für EuroShop.mag

Tags: Innenarchitektur, Japan, Ladenbau, Ladengestaltung, Shopdesign

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