23. Juli 2019 | Retail Technology, Shopping Today

Amazon und eBay – viele Händler setzen auf die beiden großen Namen. Doch es gibt auch andere Online-Marktplätze, die sich lohnen könnten, denn die einfache Lösung ist nicht für jeden die beste.

Rakuten: Das japanische Unternehmen gehört zu den Top zehn Internetunternehmen und richtet sich größtenteils an den asiatischen Markt. Rakuten bietet keine eigenen Waren an, sondern lediglich Onlineshops. Händler können hier ihre eigenen Bilder und Videos hinzufügen, Kunden direkt Newsletter senden, Angebote erstellen und über das System an einen eigenen E-Mail-Verteiler verschicken. Noch ein Pluspunkt: es gibt keine Angebotsgebühr. Der Marktplatz nimmt einen Mitgliedsbeitrag ein sowie, abhängig von der Produktkategorie, eine Verkaufsgebühr von fünf oder neun Prozent.

Real: Auf diesem offenen Marktplatz haben sich die Supermarkt-Kette real,- und der Online-Marktplatz Hitmeister zusammengeschlossen. Die Händler können individuell bestimmen, wie sich an den Marktplatz binden und ihre Angebote frei gestalten. Mitgliedsgebühr: 39,95 Euro im Monat Verbindung von Online und Offline: Markt-Platz-Händler können Pakete auf Wunsch des Kunden in Filialen schicken. Auch Retouren sind dort möglich.

Otto: Hier entwickelt sich ein Händler immer mehr zum Marktplatz, auf dem es keine Konkurrenz aus China gibt und auf dem auf eine feste Garantie für Provisionsvereinbarungen gesetzt wird.

Den richtigen Online-Marktplatz zu finden, ist für Händler ein wichtiger Teil der E-Commerce-Strategie – Recherche lohnt sich. / © PantherMedia / Rawpixel

Als Konzerngesellschaft sitzen bei Otto nicht nur die Online-Variante, sondern auch die Plattformen About You, myToys sowie die Logistik-Dienstleister Hermes und Liefery, die Finanzdienstleister EOS und Risk Ident sowie viele weitere Marken wie Witt, Bonprix oder auch der US-amerikanische Home-and-Living-Spezialist Crate & Barrel. Speziell für Händler: Viele Dienstleister wie das Predictive-Analytics-Unternehmen Blue Yonder, die Werbeplattform Otto-Group-Media oder den IT-Dienstleister Otto-Group-Solution-Provider können hilfreich sein.

Groupon: Schon seit Längerem richtet sich das Portal nicht nur an die täglichen Deal-Schnäppchenjäger, sondern auch an die, die dauerhaft nach „Lifestyle“ suchen. Rabattaktionen gibt es auch in den Bereichen Restaurants, Beauty und Wellness, Freizeitaktivitäten, Hotels und Reisen sowie Service und Events. Vorteile für Händler: Große Reichweite, individualisierte Deal-Kampagnen, die Kunden können in den Laden gelockt werden, der Deal kann von Groupon-Mitarbeitern eingestellt werden. Möglichen Nachteile: Abgaben an den Marktplatz, durch Gutscheinverkauf möglicherweise kein Gewinn, Gutschein-Käufer werden nicht unbedingt zu Stammkunden.

Etsy: Mitte 2018 übernahm Etsy den deutschen Marktplatz DaWanda. Hier tummeln sich hauptsächlich handgemachte Produkte, Künstlerbedarfsartikel und Vintage, sodass man hier gut einzigartige Produkte anbieten kann. Außerdem ist die Plattform in elf Sprachen verfügbar, was ebenfalls eine größere Reichweite ermöglicht. Die Konkurrenz wird größer und es sind neben privaten auch häufiger professionelle Verkäufer vertreten.

Hood: Neben den ursprünglichen Angeboten, kann jeder Händler einen eigenen „Hood-Shop“ anlegen und von der flexiblen Shop-Staffelung sowie der Listung profitieren. Für private Verkäufer ist die Nutzung kostenlos, aber auch die Gebühr für professionelle Anbieter ist gering. Für die Deutschen Nutzer: Es gibt einen nationalen Support.

Yatego: Für Händler stehen drei unterschiedliche Tarifmodelle zur Auswahl, die sich durch die Anzahl einstellbarer Produkte und die integrierten Services voneinander unterscheiden. Händler können ihre Waren bei Yatego über einen eigenen Verkaufsbereich vertreiben: Sie können eine eigene Subdomain anlegen und auf externe Webseiten verlinken, allerdings gehört die Plattform noch zu den kleineren und bietet den Verkäufern keine eigene Markendarstellung an.

Alibaba: Die Plattform verfolgt eine ähnliche Strategien wie eBay und funktioniert als Vermittler zwischen Händler und Käufer. Die angebotene Produktpalette ist dabei sehr groß: Elektro, mechanische Bauteile, Textilien, Schmuck und Körperpflegeprodukte. Chinas größter Online-Business-to-Business-Marktplatz ist in Europa zwar noch nicht so bekannt, ist aber trotzdem einer der größten Amazon-Konkurrenten. Alibaba bietet Händlern durch die große Reichweite und Nutzergemeinde eine gute Erschließung neuer Märkte, die aber hauptsächlich in Asien zu finden sind.

Frau beim Online-Shopping

Für Händler lohnt sich in Sachen Marktplatz-Recherche ein Blick über den Tellerrand. / © PantherMedia / Andriy Popov

Flubit: Die Nummer eins aus Großbritannien garantiert einen niedrigen Preis – der Verkauf über diesen Vollsortimentmarktplatz läuft für Händler prinzipiell so wie auch auf anderen Plattformen. Händler müssen ihren niedrigsten Preis angeben, für den sie ihre Produkte verkaufen würden. Mithilfe von Angebot und Nachfrage errechnet ein Algorithmus den Endkundenpreis. Personen, die ihr Wunschprodukt bereits auf einem Online-Marktplatz gefunden haben, kopieren die URL des Artikels aus ihrem Browser, wechseln zu flubit.com und fügen den Link dort ein. Es gibt hier keine Verkaufsprovision, die Produktlistung ist kostenfrei

Avocadostore: Läuft vielleicht etwas unter dem Radar, ist aber besonders für Händler mit ökologisch erzeugten Produkten die richtige Nische, die ein Publikum erreicht, das sich besonders für fairen Handel und umweltfreundliche Herstellung interessiert. Innerhalb der Artikelseiten können Händler mit standardisierten Icons unter anderem darauf hinweisen, dass ihre Artikel vegan sind, in Deutschland hergestellt werden, Rohstoffe aus Bioanbau verwenden oder zum Beispiel dem Cradle-to-Cradle-Prinzip entsprechen. Auch das Anlegen eines eigenen Onlineshops ist bei Avocadostore möglich, viel Individualität wird jedoch nicht geboten. Die Gebühren sind vergleichsweise etwas teurer und die Angebote werden nicht nach Händlern, sondern nach Produkten auf entsprechenden Seiten zusammengefasst, was zu Preisdruck führen kann.

CDiscount.fr / C le Marché: Der Shop erreicht neben Franzosen auch Belgier und ist mit mehr als 15 Millionen aktiven Nutzern der größte Online-Marktplatz in Frankreich. Wer seine Waren hier verkaufen möchte, braucht französische Produktbeschreibungen. Es wird außerdem eine Monatsgebühr und eine Provision zwischen fünf und 20 Prozent erhoben.

Allegro: Allegro verzeichnet etwa neun Millionen aktiven Nutzer und fast die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes in Polen und ist damit die absolute Nummer eins. Hier konnten weder eBay noch Amazon Fuß fassen. Ein Tipp: Händler brauchen eine polnische Produktbeschreibung und auch eine polnische Rücksendeadresse wäre zu empfehlen. Die Provision liegt bei zwei bis zehn Prozent.

Fyndiq: Auf diesem Schnäppchenmarktplatz tummeln sich über anderthalb Millionen aktive Nutzer aus Schweden und anderen nordeuropäischen Ländern. Fast zwei tausend Verkäufer bieten hier ihre Produkte an. Die Verkaufsprovision liegt bei 15 Prozent.

Zusammengestellt von Katja Laska

Erstveröffentlichung auf iXtenso – Magazin für den Einzelhandel

Tags: Marktforschung, Marktplatz, Online-Shop, Onlinehandel, Technologie, Verkaufsförderung, online

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