Karneval – Brauchtum im Rheinland
11. November 2019 | News, Retail Marketing, Retail News

Am 11.11. um 11:11 Uhr ist es wieder soweit: Im Rheinland beginnt die „fünfte“ Jahreszeit.

Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Als Karneval oder Fastnacht bezeichnet man die Zeit bevor die Fastenzeit beginnt. Sie wird auch in anderen Teilen Deutschlands gefeiert, jedoch unter einem anderen Namen. Häufig wird sie  Fassenacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder insgesamt als „fünfte“ Jahreszeit bezeichnet.

Diese beginnt heute traditionell um 11:11 Uhr und endet mit dem Aschermittwoch.

Traditionell verkleidet sich die Bevölkerung und feiert insbesondere eine Woche im Frühjahr mit verschiedenen Umzügen den Straßenkarneval.

Erste ähnliche Feste wurden bereits vor rund 5.000 Jahren in Mesopotamien gefeiert. Schon damals gab es die Idee des Gleichheitsprinzips während der Feierlichkeiten. Arbeiter und Herrscher standen für kurze Zeit auf einer Stufe – dieses Prinzip ist bis heute charakteristisch für den Karneval. Im Mittelalter, etwa vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, feierte man um den 6. Januar Narrenfeste, bei denen auch kirchliche Rituale parodiert wurden.

Noch heute gilt der Dreikönigstag als Beginn der Fastnachtszeit. Seit dem 17. Jahrhundert ist „Karneval“ bezeugt, doch dessen Wortgeschichte bleibt unklar. Die heute geläufigste Erklärung nimmt Bezug auf die Fastenzeit als fleischlose Zeit und sieht die Ursprünge des Begriffs Karneval im lateinischen „carne vale“ („Fleisch – lebe wohl“).

Seit dem 19. Jahrhundert findet in vielen Gegenden die Eröffnung der Karnevalszeit schon am 11. November statt. Der Hintergrund: Auch vor Weihnachten – bereits kurz nach der Fixierung des Festes im Jahr 354 – gab es eine vorbereitende vierzigtägige Fastenzeit, ähnlich der österlichen Fastenzeit nach Karneval. Sie begann am 11. November, dem Martinstag. Das Ziel: die vorhandenen Lebensmittel verzehren, die nicht „fastenzeittauglich“ waren, wie Fleisch, Fett, Schmalz, Eier und Milchprodukte. Auch heute verzichten Menschen in dieser Zeit auf Fleisch oder andere Genussmittel oder Vorzüge wie Autofahren, Süßigkeiten oder soziale Medien.

Im Rheinland

Der rheinische Karneval bezieht sich in erster Linie auf die Feierlichkeit im Raum Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf. Zur Bedeutung: Hier sind der Narr, der Lokalpatriotismus und die Verhöhnung der jeweiligen Machthaber seit Beginn des 19. Jahrhunderts gemeint.

Die Zeit nach dem 11.11. bleibt meist Karnevalsfrei. Den Höhepunkt erreicht der Karneval in der eigentlichen Fastnachtswoche von Weiberfastnacht im Rheinland. Weitere Tage an denen man sich verkleidet und feiert, sind der Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag und der Veilchendienstag. Insbesondere am Rosenmontag wird dabei mit entsprechenden Umzügen gefeiert – wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog.

Die größten Umzüge finden in den Karnevalszentren Köln, Mainz und Düsseldorf statt. Gemessen an der Teilnehmerzahl zählt auch der Umzug in Eschweiler zu den größten Deutschlands. Diese werden im Rheinland „Zoch“ (D’r Zoch kütt – „Der Zug kommt“) genannt.

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