9. April 2020 | Interview, Retail Technology, What´s new in Retail

Zeit, Energie und Platz sparen – Checkout war gestern, „Multi Device“ ist heute

Mobile oder hybride POS-Systeme liegen voll im Trend der Zeit. Warum Händler auf sie setzen und was bereits alles möglich ist, erklärt Rolf Thomann, CEO der Schweizer 4POS AG.

Herr Thomann, was muss ein POS-System heute können?

Mann in weißem Hemd; copyright: 4POS/privat

©4POS/privat

Rolf Thomann: Ein POS-System sollte heute nicht ausschließlich für den klassischen Checkout ausgelegt sein, sondern vielmehr als „Multi Device“ für die gesamte Filiale dienen.

Immer mehr Händler setzen auf mobile oder hybride POS-Terminals. Welche konkreten Vorteile bringen diese Lösungen dem Händler?

Eine mobile beziehungsweise hybride Lösung hat den Vorteil, dass ein Device für verschiedene Anwendungen eingesetzt werden kann. Es dient beispielsweise zur Inventur, zur Warenerfassung oder auch als Kasse. Mit einer solchen Lösung können Hardware-Investitionen merklich reduziert werden.

Es gibt inzwischen nicht nur eine große Hardware-Auswahl, sondern auch verschiedene Betriebssysteme. Welches eignet sich Ihrer Meinung nach besonders für den professionellen Einsatz im Einzelhandel?

Im Handel läuft heute in der Regel alles entweder über eines der bekannten Linux OS wie Centos, Suse oder Ubuntu oder über Windows 10 IoT. Android spielt heute eine eher kleine Rolle. Ich bin aber überzeugt, dass dieses Betriebssystem in Zukunft eine wichtigere Rolle einnehmen wird. Bei der Auswahl des OS haben die Kunden sehr unterschiedliche Anforderungen an Sicherheit, Treiberunterstützung, Individualisierung und Performance.

glückliche Frau kauft Flasche Wasser an Supermarkt-Selbstbedienungskasse; copyright: PantherMedia / frantic00

©PantherMedia / frantic00

Lassen sich heute bereits alle benötigten Funktionen in einem Gerät integrieren, oder benötigt ein Händler immer noch viele verschiedene Geräte am POS?

Es lassen sich im Handel nur bedingt alle Peripheriegeräte in ein System integrieren. Einen Scanner oder Drucker zu integrieren macht auch keinen Sinn, da diese dennoch einzeln gewartet werden müssten. Elektronische Bauteile wie NFC, WiFi oder Bluetooth werden allerdings häufig integriert. Allgemein gilt aber, dass Kompaktheit ein wichtiges Entscheidungskriterium des Handels, wenn es um die Anschaffung geht. So sind die Anforderungen an ein LCD Panel beispielsweise, dass es eine höchstmögliche Auflösung liefert und dennoch möglichst kompakt ist.

Wohin geht die Entwicklung, welche Trends sehen Sie aktuell im Markt für POS-Systeme?

Wir gehen davon aus, dass der Markt für SB Systeme kurzfristig stark zunehmen wird und die klassischen Check-out-Systeme dementsprechend abnehmen werden.

Was sind Ihre Zukunftspläne?

4POS verfolgt als einziger Anbieter eine, wie wir es nennen, 360-Grad-Plattformstrategie. Das bedeutet, dass mit nur einem Betriebssystem die komplette Filial-Hardware betrieben werden kann. Dies führt zu massiven Einsparungen im Betrieb. Wir möchten uns mit diesem Angebot als Hardware-Provider für die ganze Filiale etablieren.

Interview: Katja Laska
Erstveröffentlichung auf iXtenso – Magazin für den Einzelhandel

Tags: Hardware, POS, Point of Sale, Self-Checkout, Self-Checkout-Systeme, mobil, stationärer Einzelhandel
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