22. April 2021 | Retail Marketing, What´s new in Retail

Produzieren, handeln, konsumieren im Sinne der Umwelt

von Julia Pott (exklusiv für EuroShop.mag)

Künsterlisches Plakat der internationalen Earth Day Kampagne 2021, zeigt einen Hirsch, in dessen Geweih eine Sonne mit arbeitenden Menschen ist

© Speto/EarthDay.org

Heute, am 22.04.2021 ist Earth Day. An diesem Tag dreht sich alles um den Schutz der Erde und ihrer Ressourcen. Auch für die Handelsbranche und die gesamte damit zusammenhängende Industrie wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger: Es wird viel von den Unternehmen gefordert, es wird aber auch einiges getan.

Der Earth Day ist ein Tag, an dem Organisationen wie die NGO EarthDay.org Veranstaltungen organisieren, die Aufmerksamkeit auf das Thema Natur- und Klimaschutz lenken sollen. Es sollen Verfahren, Technologien und Ideen gefördert werden, die das Ökosystem der Erde schützen oder restaurieren. Wie gehen Industrie und Handel mit dem Thema Nachhaltigkeit um und wie nutzen Retailer den Earth Day? Wir haben uns einige Beispiele angeschaut.

Lebensmittelindustrie: „Jeder Bissen zählt!“

Plakat der deutschen Earth Day Kampagne 2021, Aufschrift "Jeder Bissen zählt! Schütze was du isst – schütze unsere Erde"

© EarthDay.de

Das Motto des deutschen Earth Day 2021, organisiert vom Deutschen Komitee e.V. Earth Day, lautet „Jeder Bissen zählt! Schütze was du isst – schütze unsere Erde“ mit einem starken Fokus auf regionale, faire und ökologisch nachhaltige Lebensmittelwirtschaft, von der Produktion über Lieferung und Handel bis zum Verbrauch. Im Lebensmittelhandel und unter den Konsumenten steigt das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln.

Kroger, eine große amerikanische Supermarktkette, startete eine Stiftung „Zero Hunger | Zero Waste“, mit der der Zwiespalt zwischen hungernden Bürgern und gleichzeitig enormer Lebensmittelverschwendung durch die Industrie in US-amerikanischen Gemeinden aufgelöst werden soll. Dafür werden Kroger-Online-Kunden aufgefordert, bei ihrem Einkauf kleine Beträge zu spenden, die dann an entsprechende lokale Initiativen gehen. Verbraucher erhalten auf der Webseite auch Tipps, wie sie Lebensmittel länger aufbewahren können, bevor sie verderben, und welche Verpackungen einfach recyclebar sind.

Ein Junge steht mit dem Rücken zur Kamera einer Frau gegenüber, er trägt ein gelbes Cape mit der Aufschrift "Zero Hunger, Zero Waste, Kroger"

© Kroger

Die „Zero Hunger | Zero Waste“-Stiftung beendete zudem gerade die zweite Bewerbungsphase für junge Unternehmer, die sich mit ihren Ideen und Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung und für Haltbarkeit von Nahrung sowie Upcycling von Lebensmittelabfällen engagieren. Zehn ausgewählte Start-ups in diesem Bereich werden mit insgesamt einer Millionen Dollar unterstützt.

Upcycling von Lebensmitteln bedeutet, dass aus Abfällen ein – im Gegensatz zum Recycling – höherwertiges Produkt hergestellt wird. So erklärt das Caue Suplicy im Zusammenhang mit seinem Projekt „Barnana“. Statt übrig gebliebene Bananen zu entsorgen, verarbeitet er sie in großer Menge zu nahrhaften Snacks wie Chips und Cookies aus Bananenpaste, -püree und -pulver. Nach eigenen Angaben hat der Brasilianer auf diese Weise nicht nur 100 Millionen Bananen vor der Vernichtung bewahrt, sondern unterstützt damit gleichzeitig die lokalen Bananen-Bauern Latein- und Zentralamerikas.

Im EuroShop.mag haben wir schon über viele nachhaltige Konzepte aus der Lebensmittelbranche berichtet. Ein Trend, der vor der Corona-Pandemie starken Zuwachs hatte, waren Unverpacktläden oder Unverpackt-Stationen für Lebensmittel.

Twitter Post von My Green Mattress zum Earth Day mit dem Bild einer Familie im Garten auf einem Bett, Text schlägt vor, einen Spaziergang oder eine Radtour zu machen oder einen Baum zu pflanzen

Der amerikanische familiengeführte Matratzenhersteller My Green Mattress verspricht in der Earth Week, der Woche vor dem Earth Day, ebenfalls Rabatte auf ihre Produkte. Und inspiriert Kunden auf Twitter zum Bäume pflanzen. // © Screenshot eines Posts von My Green Mattress auf Twitter zum Earth Day

Auch Lebensmittelverpackungen stehen immer wieder in der Kritik nicht nachhaltig zu sein. Hier gibt es regelmäßig technologische Fortschritte, die diese Verpackungen beispielsweise biologisch abbaubar machen. Die Mehrfachnutzung von Einkaufstüten und Verpackungen ist, gerade im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie eines der großen Zukunftsthemen. Neue Konzepte, wie das digitale, pfandbasierte Mehrwegverpackungssystem für To-Go-Food von Vytal, zeigen auf, welches Potenzial hier noch schlummert.

Und schließlich wurden Ende letzten Jahres von dem Magazin The Drinks Business nachhaltige Getränkehändler ausgezeichnet – EuroShop war als Sponsor bei den The Drinks Business Green Awards dabei.

Rabatte, Angebote und Promotions zum Earth Day

Viele Händler nutzen den Anlass Earth Day, um für den Verkauf ihrer Produkte zu werben. Hier profitieren besonders die Hersteller und Händler, die Nachhaltigkeit in ihre Firmen-DNA aufgenommen haben; sie erscheinen glaubwürdig und fügen sich mit ihrem Content nahtlos in die Thematik rund um den Earth Day ein.

Lush beispielsweise, Kosmetikhersteller und -händler aus England, dessen Credo es ist, seine Produkte nach höchsten ethischen und ökologischen Maßstäben zu produzieren und zu vertreiben, bewirbt am Earth Day sein Charity Pot-Programm: Die Einnahmen der verkauften Charity Pot-Produkte werden zu hundert Prozent an lokale Wohltätigkeitsorganisationen gespendet.

Werbeangebot für eine Body Lotion, Frau hält ein rundes Stück in der Hand

© Screenshot von der Webseite von Lush

Der nachhaltige Modehersteller Tentree, der Kleidungsstücke mit dem geringstmöglichen ökologischen Fußabdruck herstellen will, wirbt am Earth Day mit Rabattcodes für seine Produkte. Das Besondere an Tentrees Business: Für jeden Einkauf verspricht das Unternehmen, zehn Bäume zu pflanzen.

Eine Branche wird grüner: #Nachhaltigkeit

Generell wurde in der Textilbranche viel über nachhaltige Produktion, Verwertung und Lieferketten der Kleidungsstücke in den letzten Jahren debattiert. Viele Modeproduzenten und -händler sind sich der Wichtigkeit dieses Themas bewusst und investieren in innovative Konzepte zur Herstellung, zur Wiederverwertung sowie in ethische Produktionsstandards, wie diese Beispiele zeigen.

Auch auf der EuroShop ist Nachhaltigkeit immer ein großes Thema, die EuroShop-Community wartet mit vielen grünen Lösungen auf, wie auch bei der EuroShop 2020. Von Recycling-Materialien über digitale Lösungen bis hin zu Messestandsystemen war vieles dabei. Das zeigt unsere Fotostrecke „Nachhaltig beeindruckend“.

Sie interessieren sich für weitere Umwelt-Themen im Einzelhandel wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Recycling oder Verpackungen? Dann sind Sie im EuroShop.mag genau richtig.

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