30. Juli 2021 | Interview, Retail Technology, Shopping Today

Handel und andere Branchen können zu mehr Nachhaltigkeit beitragen

von Katja Laska (exklusiv für EuroShop.mag)

Recycelt und nachhaltig, bitte. Das ist mittlerweile der Wunsch vieler Kunden. Im Interview erzählt Fabrizio Radice, Head of Global Sales and Marketing, TOMRA Recycling, worauf es bei wiederverwehrtbaren Produktverpackungen ankommt, wie der Handel zu mehr Nachhaltigkeit verhilft und wie sein Geschäftsbereich und andere TOMRA-Kollegen ihren Teil zum Thema beitragen.

Herr Radice, welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Recycling Ihrer Meinung nach im Einzelhandel?

Fabrizio Radice: Recycling und Nachhaltigkeit spielen eine immer wichtigere Rolle im Einzelhandel. Das Bewusstsein der Verbraucher dafür ist viel größer geworden. Sie möchten schlicht recycelte und nachhaltig entwickelte Produkte im Markt sehen und kaufen.

Worauf kommt es denn bei diesen Produkten an?

Mann mit Bart und in weißem Hemd lächelt in die Kamera; copyright: TOMRA

©TOMRA

Um mehr recycelte und nachhaltige Produkte anbieten zu können, müssen die Produkte in erster Linie für das Recycling entwickelt werden. Danach muss eine ordnungsgemäße Sammlung und Sortierung gewährleistet sein, bevor die reinen Materialfraktionen an Recyclinganlagen geschickt, in neuwertige Rezyklate umgewandelt und den Markeninhabern und Verarbeitern wieder auf dem Markt zur Verfügung gestellt werden. Design für Recycling ist entscheidend. Wenn zum Beispiel der Körper eines Produkts von einer Schrumpfhülle aus einem anderen Material umhüllt ist und sich nur schwer vom Körper trennen lässt (sofern dies nicht manuell durch den Verbraucher geschieht), ist das Recycling schwierig bis unmöglich. Die gleichen Schwierigkeiten sind gegeben, wenn Klebstoffe und Druckfarben zu Kunststoffverpackungen hinzugefügt werden. Wenn das Produkt jedoch aus einem einzigen Material besteht und transparent oder natürlich ist, wird das Recycling viel einfacher.

Was kann der Handel tun?

Ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Recyclingquoten und zur Beeinflussung des Handels sind Pfandrücknahmesysteme. Bei diesen Systemen wird eine geringe Gebühr auf einen Getränkebehälter erhoben, die dem Verbraucher zurückerstattet wird, sobald er ihn an einem Leergutautomaten zurückgibt. Dank dieses finanziellen Anreizes bringen die Verbraucher ihre leeren Getränkeverpackungen eher zurück und sorgen so dafür, dass sie wieder dem Recycling zugeführt werden.

Da kommen beispielsweise Ihre Kollegen von TOMRA Collections ins Spiel, richtig?

Genau, einer der Geschäftsbereiche von TOMRA, TOMRA Collections, bietet Leergutrücknahmesysteme für Clean Loop Recycling an und sammelt Aluminium-, Kunststoff- und Glasgetränkeverpackungen, um sie wiederzuverwenden und zu neuen Flaschen und Dosen zu recyceln.

Mit über 80.000 Installationen in mehr als 60 Märkten erfassen die Leergutrücknahmesysteme von TOMRA jedes Jahr mehr als 40 Milliarden gebrauchte Getränkeverpackungen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Recycling und Nachhaltigkeit auf globaler Ebene.

Sortieranlage von TOMRA in orange; copyright: TOMRA

©TOMRA

Bei TOMRA Recycling liegt Ihr Schwerpunkt auf Sortierlösungen. Inwiefern tragen Sie mit Ihren sensorbasierten Sortiermaschinen zu mehr Nachhaltigkeit bei?

Radice: Wir sind sowohl Technologieanbieter als auch Berater. Wir helfen Partnern, Anlagenbauern und Kunden, die am besten geeignete Sortierlösung für ihre jeweiligen Bedürfnisse und Sortieranforderungen zu finden. Einmal festgelegt, liefern wir die jeweilige Sortierlösung, die integraler Bestandteil einer Recycling- und/oder Sortieranlage ist, in der sie wertvolle Materialien aus Abfallströmen zurückgewinnt. Ein Beispiel: Eine AUTOSORT®-Sortieranlage kann verschiedene Kunststoffarten aus unterschiedlichen Abfallströmen zurückgewinnen, wie zum Beispiel aus Siedlungsabfällen, getrennten Sammlungen und vielem mehr.

Sie möchten wissen, wie das genau aussieht? Fabrizio Radice hat uns auch darauf Antworten gegeben. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr zur innovativen Lösung und ihren Möglichkeiten bei unseren Kollegen der K – The World’s No. 1 Trade Fair for Plastics and Rubber! Hier entlang!

Tags: Automatisierung, Lebensmitteleinzelhandel, Machine Learning, Nachhaltigkeit, Sensoren, Wiederverwertung
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