30. März 2022 | Feature, Retail Technology, ReTell, Shopping Today

Miami Dolphins eröffnen ersten Just-Walk-Out-Store im Stadion

Von Kyra Molinari (exklusiv für EuroCIS.mag)

Ob Football, Ice Hockey oder Fußball, eins eint alle Fans: Wer im Stadion Snacks und Getränke kaufen will, braucht dafür meist eine gefühlte Ewigkeit und viele Nerven. Denn wo viele Menschen zusammenkommen, entstehen auch schnell Warteschlangen. Die Miami Dolphins wollen ihren Fans das Leben jetzt erleichtern. Im Just-Walk-Out-Store können diese im Stadion schnell und unkompliziert alles erwerben, was sie für das leibliche Wohl im Stadion brauchen.

Mit ihrem personalfreien Store sind die Miami Dolphins damit Vorreiter in der National Football League (NFL). Im Dezember haben sie den Hard Rock Stadium Express Shop eröffnet, der durch eine 5G-Technologie von Verizon und künstliche Intelligenz (KI) von AiFi unterstützt wird. Doch warum lohnt es sich überhaupt, einen Store mit Self-Checkout-Lösungen zu eröffnen?

Der Self Checkout Shop der Miami Dolphins; Copyright: Miami Dolphins Ltd.

Reingehen, einkaufen, rausgehen: Bei den Miami Dolphins müssen Fans sich künftig nicht mehr mit langen Bezahlprozessen aufhalten. ©Miami Dolphins Ltd.

SCO wird wichtiger denn je

Self-Checkout-Systeme (SCO), zu denen auch die Just-Walk-Out-Möglichkeit zählt, haben für alle Beteiligten nahezu nur Vorteile: Die Kundinnen und Kunden haben ihren Einkauf und auch den Checkout-Prozess selbst in der Hand, sind nicht mehr auf Kassenpersonal angewiesen und können insbesondere längere Wartezeiten vermeiden – das ist den Kundinnen und Kunden einerseits im Allgemeinen wichtig, gewinnt aber besonders während eines Stadionbesuchs noch einmal zusätzlich an Relevanz. SCO wird für die Kundinnen und Kunden daher auch immer interessanter: In einer Studie von Harris Poll gaben 71 Prozent der Befragten an, schon einmal die Möglichkeit des Self-Checkouts genutzt zu haben. Für 70 Prozent der Befragten vereinfacht es den Shopping-Prozess.

Auch für Händlerinnen und Händler ist SCO von Vorteil, denn sie sparen sich das Kassenpersonal und können ihre Mitarbeitenden an anderer Stelle effizienter einsetzen. Wer SCO für sein Geschäft implementieren will, sollte allerdings bedenken, dass die Systeme umfassende Technik voraussetzen: Die Hard- und Software wie Kameras, künstliche Intelligenz und Co. sind zwar relativ einfach erhältlich, müssen aber immer an die gegebenen Situationen angepasst werden, müssen im Zusammenspiel reibungslos funktionieren und erfordern eine individuelle Kassenkonfiguration. Im ersten Moment klingt das nach Stolpersteinen, kann aber auch Chancen eröffnen: Das System kann optimal an den eigenen Handel, die Unternehmensphilosophie und das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden angepasst werden.

Dass SCO künftig eine wichtige Technologie für den Handel ist, zeigt sich nicht nur bei Befragungen, sondern auch, wenn man sich die offiziellen Zahlen ansieht: Laut Vorhersage von Global Market Insights dürfte die Wachstumsrate (CAGR) der SCO-Markts bis 2027 elf Prozent betragen. SCO-Anbietende Unternehmen dürften sich also in den kommenden Jahren nicht über zu wenig Aufträge beklagen. Und zögernde Händlerinnen und Händler sollten überlegen, ob sich ein solches Investment nicht doch lohnt – falls sie es nicht schon getätigt haben.

Grab your stuff and go

Wie SCO und hier insbesondere das Just-Walk-Out-Prinzip genutzt werden kann, zeigen die Miami Dolphins in Zusammenarbeit mit den Technologien-Anbietern Verizon und AiFi. Der amerikanischer Telekommunikationskonzern Verizon ist mit einem 5G Ultra Wideband network an dem Projekt beteiligt, um einen reibungslosen Upload der Daten zu garantieren. AiFi wiederum vertreibt die erforderliche Tracking-Technologie, die auf KI basiert, die Kundinnen und Kunden verfolgt und nach dem Einkauf einen digitalen Bon verschickt. Mittlerweile ist die Technik von AiFi weltweit zu finden: Ob bei AiGo in Shanghai, im Carrefour in den Vereinigte Arabische Emirate oder beim Bottle Rock Music Festival in Amerika.

Bier mit Schaum in Glasbecher und Kartoffelchips in Tüte auf Holztisch

©ipolly80

Für Kundinnen und Kunden wird das Shopping mit der Kombination aus beiden Technologien einfacher denn je: Bei Betreten des Shops lassen sie ihre Kreditkarte registrieren und können dann nach Herzenslust einkaufen. Den Shop können Sie anschließend einfach verlassen. Die Abrechnung erfolgt elektronisch, die Daten zur Verkaufsverfolgung können dank 5G nahezu in Echtzeit und ohne Latenz verarbeitet werden.

Von Anbieterseite bekommen Händlerinnen und Händler alles an die Hand, was sie zur erfolgreichen Umsetzung von SCO brauchen. Seitens der Kundinnen und Kunden schlägt ihnen steigendes Interesse entgegen. Jetzt liegt der Ball – beziehungsweise der Football – bei ihnen. Auch andere Anbieter setzen personalfreie Stores ein. Wir zeigen Ihnen, warum das längst keine Science Fiction mehr ist und welche Umsetzungsmöglichkeiten es gibt. Hier entlang!

Tags: Digitalisierung, Einkaufserlebnis, Künstliche Intelligenz, Self-Checkout, Self-Checkout-Systeme, Smartphone, Technologie
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