Laden im Handel zunehmend kostenpflichtig
18. Mai 2022 | News, Retail Technology, ReTell, Shopping Today

EHI-Whitepaper „Elektromobilität im Handel 2022“

Immer mehr E-Autos rollen auf Deutschlands Straßen. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen es bis 2030 15 Millionen sein. Insbesondere in städtisch verdichteten Gebieten werden öffentliche Ladepunkte dringend benötigt. Der Handel mit dem breiten und dichten Standortnetz vieler Filialisten in gut frequentierten Lagen ist dafür prädestiniert, auf seinen öffentlichen Parkplätzen Ladeinfrastruktur anzubieten.

Wie das EHI-Whitepaper „Elektromobilität im Handel 2022“ zeigt, bietet das Gros des Handels bereits Ladestationen an. Nutzer:innen müssen dafür aber zunehmend bezahlen.

Kostenfreies Laden nicht mehr überall

Grafik zu kostenfreiem Ladestrom im Handel; Copyright: EHI

©EHI

Im Lebensmitteleinzelhandel bieten 72,2 Prozent der Befragten schon jetzt Ladestationen für die Kundschaft an. Bei 22,2 Prozent sind sie in Planung und für 5,6 Prozent nicht relevant. Ähnlich sieht es bei Baumärkten aus. Hier besitzen 71,4 Prozent schon Ladestationen, 28,6 Prozent planen dies in Zukunft. Die befragten Möbel– und Warenhäuser setzen zu 42,9 Prozent aufs Laden, 57,1 Prozent haben dies noch vor. In der Bekleidungsbranche spielen Ladestationen kaum eine Rolle. Für 92,9 Prozent sind sie nicht relevant, nur 7,1 Prozent haben Lademöglichkeiten vor Ort.

Mehr Schnellladesäulen

Das Ladenetz wird nicht nur größer, sondern auch schneller als in der Vorjahresbefragung. Zehn Prozent der Ladestationen im Handel sind 2022 High Power-Charger (HPC) (2021: ein Prozent) und weitere 21 Prozent Schnellladesäulen (2021: 23 Prozent). Mit dem Ausbau wächst die Zahl der Händler, die für das Laden Gebühren verlangen. Bei 42 Prozent der befragten Handelsketten ist das Laden im Jahr 2022 nicht mehr grundsätzlich kostenfrei (Vorjahr: 29 Prozent). 26 Prozent bieten das Laden für die Kundschaft vergünstigt an. Bei 15 Prozent der Händler darf die Kundschaft weiter kostenfrei laden. Weitere 15 Prozent bieten das Laden für alle kostenlos an.

Strom durch Photovoltaik-Anlagen

Um die Ladestationen mit Strom zu versorgen, setzen bereits 40 Prozent der Händler Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit Ladestationen ein. Weitere 30 Prozent geben an, den Einsatz von PV-Anlagen geplant zu haben. Ein Lastmanagement, das beim zeitgleichen Laden mehrerer E-Autos die Leistung der Ladestationen regelt, nutzen 33 Prozent in Kombination mit Ladestationen. 24 Prozent planen dies, für 43 Prozent ist die Technologie nicht relevant. Keiner der Händler nutzt aktuell Batteriespeicher in Kombination mit Ladesäulen. Kostengünstige Realisierungsoptionen für PV-Anlagen in Eigen- und Fremdnutzung, etwa zur Versorgung von Ladesäulen, sind eine wichtige Voraussetzung für die Mobilitätswende. Eine Orientierungshilfe hierzu wird im Rahmen der EHI-Initiative Mobilität im Handel 2022 entwickelt.

Quelle: EHI Retail Institute e.V.

Tags: Kundenservice, Kundenzufriedenheit, Lebensmitteleinzelhandel, Nachhaltigkeit, Technologie, stationärer Einzelhandel, stationärer Handel
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