umdasch Shop Academy: Flanieren im Reich des Kalifen
3. Dezember 2018 | Exhibitor´s Corner, Shop Fitting & Store Design

Rückblick zur umdasch Lernexpedition in Dubai

Von 11. bis 15. November 2018 ließen sich im Rahmen der umdasch Shop Academy-Lernexpedition mehr als 25 Retailer, Architekten und Trendscouts von den Wüstenmetropolen Dubai und Abu Dhabi inspirieren. Zahlreiche Shoppingmalls und Outdoor-Retailkonzepte standen am Besichtigungsprogramm, aber auch die Ursprünge der Ladendramaturgie wie der traditionelle „Gold-Souk“. Inhaltlich zusammengestellt wurde die Tour von den beiden Retail-Trendscouts Christian Mikunda und Denise Mikunda-Schulz. Die Shopping- und Flaniermeilen sowie Erlebniskonzepte der Vereinigten Arabischen Emirate beeindruckten mit lässigem Street-Art-Flair oder perfekt inszenierten Themen-Kulissen. Spektakuläre Wasserspiele, gepaart mit Medienshows auf höchstem Niveau, sind abendliche Publikumsmagnete vieler Shoppingmalls.

City Walk – Dubais längste Fußgängerzone © umdasch

City Walk – Dubais längste Fußgängerzone © umdasch

Dubai – das “Las Vegas der arabischen Welt”

„2007 fand unsere letzte Shop-Expedition in Dubai & Abu Dhabi statt. Damals war schon der Gigantismus zu spüren. Höher, schneller, weiter – heute, mehr als zehn Jahre später, hat sich Dubai zu einem Mega-Hub mit neuer Lust an Authenzität verwandelt. Auch ohne offensichtlichem Glückspiel, Alkohol und käuflicher Liebe frönt man dem schönen Leben, einzigartigen Erlebnissen und luxuriösesten Dingen“, so Erlebnismarketing-Experte Dr. Christian Mikunda über den Wandel der Zeit in Dubai. Auf die Frage, mit welchen Kaufgefühlen Dubai spielt, antwortete Mikunda: „Vielfach werden Glory-Inszenierungen vieler Luxusmarken mit einem Schuss Joy und Entertainment gemixt, um den AIME-Wert (Amount of Invested Mental Effort) zu erhöhen. Die Kunden fühlen sich dadurch ein wenig aufgekratzt, werden aufnahmefähiger und zum Stöbern animiert.“

Tourtag 1: Von der Giga-Mall zum Alten Orient

Dubai Mall © umdasch

Dubai Mall © umdasch

In den Emiraten wird Einkaufen zum Erlebnis, vor allem in der Dubai Mall: Sie bietet auf 223.000 m² mehr als 1.200 Läden, rund 40 Gastronomiebetriebe, eine große Eislaufbahn, einen gigantischen Virtual Reality-Park sowie einen Aqua-Zoo mit direktem Blick von der Mall auf die Unterwasserwelt. Mittels „Art Priming“ – der emotionalen Aufladung durch Kunst, wird die Weitläufigkeit des Shopping-Tempels emotional aufgebrochen. Vor allem in der Fashion-Avenue, dem neuen Luxus-Fashion District der Dubai Mall, kommt dieser hypnoästhetische Kunstgriff zum Einsatz. Ein kunstvoll inszenierter, von der Decke abgehängter Schmetterlingsschwarm und Tempeltore in Form von üppigen Rosen-Rahmen dienen als Selfie-Spots und sorgen für die persönlichen Hashtag-Momente.

Um die Ursprünge der arabischen Handelslandschaft näher kennenzulernen, besuchten die Teilnehmer ebenso die orientalischen Souks (Märkte): Vor allem der traditionelle Gewürz- und Gold-Souk spielen trotz hohen Warendrucks gekonnt mit visueller Völlerei. Shoppen auf die arabische Art heißt hier Feilschen um jeden Preis.

Tourtag 2: Abu Dhabi – Im Reich des Kalifen

LAST EXIT - Drive-in Food-Truck-Park © umdasch

LAST EXIT – Drive-in Food-Truck-Park © umdasch

Auf dem Weg nach Abu Dhabi machte die Expeditionskarawane der umdasch Shop Academy einen kurzen Zwischenstopp bei LAST EXIT – einem Street Food-Truck-Park. Ladenbau wird oftmals mit Bühnenbau verglichen. Die Bühnen für diese Drive-in-Restaurants sind grundverschieden – von einer stilechten Hommage an den Film „Mad Max“ über „American Diner“ – die LAST EXIT Food-Trucks spielen vor perfekt inszenierten Themen-Kulissen. Faszinierend, wie amerikanische Einflüsse verstärkt im arabischen Wüstenstaat Einzug halten.

Der Besuch der Großen Moschee in Abu Dhabi und des neuen Louvre Museums waren ebenso unverzichtbare Programmpunkte. Die Architektur und Landmark-Wirkung beider Bauwerke begeisterten die Teilnehmer enorm. Abu Dhabi entwickelte sich im letzten Jahrzehnt im Gegensatz zu Dubai zum stilvollen Kultur-Emirat, das altarabische Traditionen hochleben lässt. Im weltberühmten Emirates Palace Hotel, wo Kaffee und Kuchen mit Gold-Plättchen serviert werden, spürten die Tourteilnehmer die Sehnsucht nach dem Royalen.

Zurück in Dubai: Ein Konzept, um die Aufenthaltsqualität in den einzelnen Stadtvierteln zu steigern, ist mit dem Boxpark Dubai gelungen. Die Container-Mall liegt gegenüber einem Wohnviertel der Locals und lädt mit einem palmengesäumten Boulevard, einem Boutique-Kino, diversen Concept Stores und Restaurants zum Austausch in der Nachbarschaft ein.

Tourtag 3: Dubai – Vom Mega-Hub zur neuen Urbanität

Mall of the Emirates © umdasch

Mall of the Emirates © umdasch

Der Burj Khalifa im Herzen der Downtown Dubais ist mit 828 Metern Höhe unumstritten das höchste Gebäude der Welt und das Landmark der Wüstenmetropole. Die Aussichtsplattform im 124./125. Stock gab den Blick frei auf weitere Wahrzeichen und Merkpunkte Dubais, wie zum Beispiel auf den Burj Al Arab oder den neuen goldenen Dubai Frame. „Der Mensch sucht immer nach Achsen, Knoten, Merkpunkten und Vierteln, um sich besser orientieren zu können“, so Mikunda über die kognitive Landkarte und räumliche Erschließung von Verkaufsflächen oder öffentlichen Orten. Einer der ersten Shopping-Tempel in Dubai, die Mall of the Emirates mit dem weltberühmten Ski Dome in der Wüste zählt noch heute zu den meistbesuchten Malls in den Emiraten. Sie zeigt, dass eine gut gemachte Core Attraction, wie diese Ski-Indoorhalle, für kontinuierliche Frequenz sorgt.

Die neue Lust am Flanieren ist im Orient angekommen, denn Outdoor Retail-Konzepte boomen wie verrückt in Dubai:

Outdoor-Retailkonzepte als Gegenbewegung zu den Shopping-Malls © umdasch

Outdoor-Retailkonzepte als Gegenbewegung zu den Shopping-Malls © umdasch

City Walk nennt sich die bestinszenierte Shopping-Meile Dubais. Jede Ecke ist von Anfang bis zum Ende durchgestylt. Das Retail- und Entertainment-Konzept punktet mit einem Mix aus cooler Street-Art und Stadtpark-Atmosphäre. Besonderes Highlight ist, neben zahlreichen Retail-Konzepten auf hohem Niveau, die abendliche Medienshow mit Wasserspielen im Atrium des City Walks. Kleine Randbemerkung: In den heißen Sommermonaten sorgt eine Outdoor-Klimaanlage für angenehme Temperaturen während dem Einkaufsbummel.

Alles in allem darf man gespannt sein, welche Retail- und Erlebniskonzepte bis zur Expo 2020 noch aus dem Wüstenboden wachsen.

Noch ein Tipp für den nächsten Besuch:

La Mer am alten Jumeirah Public Beach, ist der neueste Beach-Hotspot Dubais. Tagsüber lädt er zum Baden am Strand ein und abends zum Flanieren und Dinieren am Arabischen Golf. La Mer bietet eine moderne und urbane Street Art-Atmosphäre, die auch für Familien ein perfektes Wochenendziel darstellt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Erstveröffentlichung unter https://www.umdasch.com

Tags: Einkaufen, Einkaufserlebnis, stationärer Einzelhandel

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