14. Januar 2020 | inside stories, Refrigeration & Energy Management

Solarstromanlagen sind im Handel schon lange keine Seltenheit mehr. Rund zwei Millionen Quadratmeter Photovoltaikmodule sind auf Handelsgebäuden in Deutschland installiert. Sie erzeugen etwa 180 Millionen Kilowattstunden Solarstrom, der wegen der günstigen Erzeugungskosten – soweit technisch möglich – immer häufiger direkt vor Ort verbraucht wird.

Weit weniger verbreitet sind dagegen Solarstromspeicher, mit denen sich die Autarkie im Unternehmen noch weiter steigern lässt. Dabei gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an technisch ausgereiften Systemen, die auch für Gewerbebetriebe mit hohem Stromverbrauch ausreichend Speicherkapazität haben.

Auf der EuroShop-Partnermesse ENERGY STORAGE EUROPE, die vom 10. bis 12. März 2020 auf dem Messegelände Düsseldorf stattfindet, können sich Retail-Experten praxisnah informieren, wie sie mit Photovoltaik-Speichersystemen CO2-Emissionen und Energiekosten reduzieren können.

Auf den Handel kommen im neuen Jahrzehnt große Herausforderungen zu, die seit dem vierten Quartal 2019 im Klimaschutzprogramm und -gesetz der Bundesregierung verankert sind. Unternehmen sollen an einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 mitwirken. Sie sollen Energie einsparen und energieeffizienter agieren. Gleichzeitig sollen sie aber auch bei weiter steigenden Energiekosten, die nicht zuletzt mit der ebenfalls beschlossenen CO2-Bepreisung zusammenhängen, wettbewerbsfähig bleiben. Nicht zu vergessen, dass Klimaschutz zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erhoben wurde. Und immer mehr Verbraucher achten auf betriebliche Umweltschutzbemühungen.

Solarstromerzeugung gut für’s Image  

Eine eigene Solarstromanlage bringt Unternehmen diverse Vorteile. Sie erzeugen imagewirksam CO2-frei Strom. Je mehr PV-Strom sie selber nutzen, desto stärker reduzieren sie klimaschädliche Treibhausgase in der eigenen Stromversorgung. Da die Erzeugungskosten von etwa 6 bis 7 Cent/kWh bei gewerblichen Solarstromanlagen deutlich unter den Bezugskosten für Netzstrom (ca. 17 ct/kWh) liegen, reduzieren sie gleichzeitig ihre Energiekosten, was die Rendite des Gewerbebetriebes steigert. Zusätzlich generieren Unternehmen durch den Verkauf des überschüssigen Solarstroms Einnahmen.

Fachgespräch auf der Energy Storage Europe

Fachgespräch auf der Energy Storage Europe

Platzhirsche machen es vor

Handelsunternehmen wie Lidl, Aldi und Amazon haben die Vorteile der eigenen Solarstromerzeugung erkannt und investieren seit ein paar Jahren kräftig in Photovoltaikanlagen. Platz ist auf Dächern von Supermärken, Logistik- und Transportzentren reichlich vorhanden. Laut Bundesverband Solarwirtschaft sind auf 500.000 Firmendächern in Deutschland Photovoltaikanlagen in Betrieb. Anders als in Privathaushalten, wo neue PV-Anlagen fast schon standardmäßig mit einem Speicher installiert werden, kommen Akkusysteme im Gewerbe und in der Industrie allerdings noch vergleichsweise selten zum Einsatz.

Bei Aldi Süd waren bis Ende 2018 bereits 1.338 von 1.890 Filialen mit einer PV-Anlage ausgestattet. Das Unternhmen testet beispielsweise in Filialen im Großraum Frankfurt/Main die Speicherung von selbst erzeugtem Solarstrom. Dafür ließ Aldi jeweils ein 100 kWh-Speichersystem installieren. In anderen Filialen und einem Logistikzentrum simuliert der Discounter den Einsatz von PV-Akkus.

Stromverbrauch in der Nacht

Die Kombination der Photovoltaik-Anlage mit einem Speicher bietet sich an. In vielen Unternehmen ist der Strombedarf tagsüber hoch, so kann viel Solarstrom direkt genutzt werden. Aber Lebensmittel müssen auch nachts gekühlt werden, Computerserver brauchen Energie, Klimaanlagen laufen oder die Nachtbeleuchtung ist eingeschaltet: Elektrische Abnehmer für den Strom gibt es also auch am Abend und in der Nacht reichlich. Dann spielen Speichersysteme ihre Vorzüge aus.

Solarstrom für Elektromobilität 

Nicht zu vergessen den Transportsektor: Immer mehr Unternehmen elektrifizieren ihren Fuhrpark. Für die Beladung der Akkus von elektrisch betriebenen Gabelstaplern, LKW und Transportern, aber auch für Kundenfahrzeuge errichten sie Ladesäulen. Wirklich ökologisch fahren diese aber nur mit regenerativ erzeugtem Strom, wofür sich wiederum der Solarstrom vom Firmendach anbietet. Mit einem Speichersystem wird die Eigenverbrauchsquote erhöht und die Fahrzeug-Akkus können auch nachts kostengünstig aufgeladen werden.

Ladestation auf der Energy Storage Europe

Ladestation auf der Energy Storage Europe

Dazu kommt die Beheizung, bei der es immer mehr in Richtung Heizen mit Strom geht. Deshalb kommen bei Neubauten und der Modernisierung von Gebäuden immer häufiger Wärmepumpen zum Einsatz oder zumindest in Betracht. Mit Solarstrom können die Heizungsanlagen umweltfreundlich und kostensparend betrieben werden.

Bleibt noch zu erwähnen die Notstromversorgung. Mit einem Solarstromspeichersystem ist ein Unternehmen vor Unterbrechungen der Stromversorgung geschützt, was zum Beispiel bei der Lebensmittelkühlung von Vorteil ist.

Auf der Fachmesse ENERGY STORAGE EUROPE vom 10. bis 12. März auf dem Messegelände Düsseldorf können Fachleute sich über technische Lösungen, Anbieter und Fördermöglichkeiten erkundigen. Einen besonderen Service bieten die Veranstalter erstmals mit dem „Decarbonization Hub“ speziell für den Handel an. In dem Forum werden unter anderem Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz mit Speichersystemen visualisiert und Lösungsmöglichkeiten zur Dekarbonisierung aufgezeigt.

Mehr Informationen zur Energy Storage: https://www.eseexpo.de/de/Retailbranche

 

 

 

 

Tags: Energieeffizienz, Energiemanagement, Energiespeicher
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