12. Februar 2020 | Exhibitor´s Corner, Expo & Event Marketing

Einzelhandelsbeleuchtung als Kunstwerk? Antworten auf der EuroShop 2020

Kunst und Einzelhandel? Wirtschaftsphilosophie und Beleuchtung? Retail-Messe und Wein? Sie fragen sich, wie das jeweils zusammen passt? Das erklärt uns Marcia Helen Sander zunächst einmal theoretisch. Praktisch können Sie das auf der Sonderfläche „Light Art goes Retail“ auf der EuroShop 2020 in Düsseldorf in Halle 9 an Stand A75-B76 erleben. Der Düsseldorfer Künstler Udo Sander, der Vater unserer Interviewpartnerin, wird dort gemeinsam mit der Firma elan Beleuchtungs- und Elektroanlagen GmbH eine Kunstinszenierung aufbauen.

Eine junge Frau mit dunklen Haaren und einem gelben Schal

Marcia Helen Sander // © Marcia Helen Sander

Frau Sander, welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Sonderfläche auf der EuroShop 2020?

Marcia Helen Sander: Wir planen im Prinzip eine kleine ‚Revolution‘. Ursprünglich sollte die Kunst ja nicht zweckgebunden, nicht funktionsgebunden sein. Das ist der Faktor, den man gemeinhin als Unterscheidungsmerkmal zum Design nennt.

Wir wagen jetzt den Schritt, Kunst als Ladenbauelement salonfähig zu machen. Das wird der eine oder andere Kunstbegeisterte als banausenhaft kritisieren. Wir sehen das aber anders: Der stationäre Einzelhandel muss unter anderem wegen der starken Konkurrenz durch das Onlinegeschäft einen Wandel akzeptieren und die Aufgabe annehmen, seine Läden besonders attraktiv zu gestalten. Unserer Auffassung nach, müssen Ladenbauer kleine Galerien schaffen. Händler gewinnen Kunden, wenn sie ihnen einen inspirierend designten Erlebniseinkaufsraum bieten.

Und Sie zeigen Besuchern auf der EuroShop, wie das gehen kann?

Ein Mann mit Brille im schwarzen Pullover

Udo Sander // © Udo Sander

Aufgrund eben dieser Überlegungen kamen wir auf die Idee, Kunst, Licht und Store Design zu vereinen. Als Firma für Beleuchtungsarchitektur – hauptsächlich im Shop-Segment tätig – ist es unser tägliches Brot, Stores auszustatten, beispielsweise Chanel in Stockholm, Juweliere auf der Königsallee in Düsseldorf, aber auch Büroräume, in denen Produkte inszeniert werden sollen.

Wir setzen nun die Exponate meines Vaters multifunktional ein und schaffen Synergien. Auf 400 Quadratmetern werden wir verschiedene Szenen aufbauen, um für mehrere Handelssegmente Inspiration zu bieten. Die Hauptszene wird mit Mannequins die Modebranche ansprechen. Es wird tatsächlich auch Showelemente geben, gepaart natürlich mit einer Showbeleuchtung.

Außerdem gestalten wir auch ein kulinarisches Event als Untermalung des Ganzen: Zusammen mit Claudia Stern, einer bekannten Sommelière, wird ein Wein-Tasting vorbereitet. Mit Geschmack, Kunst, Licht und vielem mehr wollen wir möglichst viele Sinne ansprechen.

Apropos „Sinne ansprechen“: Was ist denn das Besondere, das Faszinierende an Licht?

Das Faszinierende an Licht ist, dass Dinge überhaupt erst substanziell werden. Mit dem bewussten Einsatz von Beleuchtung kann man Stimmungen erschaffen und die simpelsten Stores zu einem Hingucker machen.

Da Sie sich ja beruflich mit dem Thema Licht beschäftigen: Fällt Ihnen die Beleuchtung in den Geschäften immer auf, auch wenn Sie privat einkaufen gehen?

Kunst Skulptur aus Draht in einer großen Halle

© Udo Sander

Ich erinnere mich an ein Erlebnis dazu: Ich war bei einem Juwelier und habe dort plötzlich meine eigenen Ringe und meine Uhr als besonders schön empfunden, und mich gefragt, ob ich die geputzt habe. Hier wurde erfolgreich genau die Beleuchtung gewählt, die Schmuck besonders schön glitzern lässt. Das ist nur ein Beispiel dafür, was für eine große Bedeutung das Licht für einen Store haben kann.

Ich habe Wirtschaftsphilosophie studiert und war ursprünglich fachfremd, als ich in die Firma kam. Aber durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alle Lichtarchitekten sind, wurde ich sensibilisiert dafür, was für Stimmungen man mit Licht erzeugen kann.

Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit zwischen der Messe Düsseldorf und Ihrem Vater Udo Sander?

Das ist eine lange Geschichte: Mein Vater war ein Meisterschüler unter Norbert Kricke an der Kunstakademie Düsseldorf und hat seit seinem Studium immer in Düsseldorf ausgestellt. Schon seit über einem Jahrzehnt gibt es eine Zusammenarbeit zwischen meinem Vater und der Messe Düsseldorf. Wir haben schon mehrmals auf dem Messegelände ausgestellt und die Messe hat schon einige Skulpturen gekauft und ausgestellt, unter anderem die lebensgroße Figur Raumzeittanz im Eingang Nord.

 

Skulpturen von Udo Sander

 

Gemälde von Udo Sander

 

Interview: Julia Pott, EuroShop-Redaktion

Tags: Beleuchtung, EuroShop, EuroShop2020, Lichtdesign, Shopdesign, Storedesign, stationärer Einzelhandel, stationärer Handel
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