Energieeffizient handeln – neue EHI-Studie
14. Dezember 2020 | News, Refrigeration & Energy Management, What´s new in Retail

Die Handelsketten aus der Region D-A-CH haben schon einen hohen Grad an Energieeffizienz erreicht.

Grafik des EHI; copyright: EHI

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Bestandsfilialen der Einzelhandelsketten wurden saniert und Neubauten mit effizienten Standards konzipiert. Dadurch konnte der Handel sowohl den Stromverbrauch als auch den Wärmeenergieverbrauch verringern. Mit dem Sinken der Durchschnittsverbräuche geht auch eine deutliche Ersparnis von Kosten einher. „Besonders in den unsanierten Bestandsfilialen des Food-Handels steckt aber noch ein erhebliches Effizienzpotenzial, das gehoben werden kann“, kommentiert EHI-Energieexperte Benjamin Chini ein Ergebnis der Studie „Energiemanagement im Handel 2020“, die veröffentlicht wurde.

Energieintensiver Food-Handel

Die Filialen des Lebensmitteleinzelhandels haben einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 318 kWh/qm Verkaufsfläche im Jahr, um Ware zu kühlen, zu beleuchten und die Verkaufsfläche mitsamt Kassentischen etc. zu bewirtschaften. Nonfood-Filialen benötigen hierzu wegen weniger energieintensiver Anlagentechnik durchschnittlich weniger als ein Drittel (102 kWh/qm Vkf) davon. Bei dem durchschnittlichen Wärmeenergieverbrauch ist der Unterschied zwischen Food und Nonfood nicht ganz so groß: 88 kWh/qm Vkf. respektive 51 KWh/qm Vkf. werden durchschnittlich zum Heizen benötigt. Allein für Strom wendet der Handel für eine durchschnittliche Nonfood-Filiale – je nach Bezugspreis des Stroms – bis zu 21,40 €/qm*) auf, für eine durchschnittliche LEH-Filiale sogar je nach Bezugspreis bis zu 63,50 €/qm*).

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Technisches Einsparpotenzial

Das Einsparpotenzial ist folglich im Food-Handel besonders groß. Vergleicht man unsanierte Filialen mit sanierten wird dies deutlich: Gut sanierte Bestandsfilialen liegen bei einem Gesamtenergieverbrauch (Elektrische Energie + Wärmeenergie) deutlich unter 300 kWh/qm Vkf. Der durchschnittliche Stromverbrauch unsanierter Bestandsfilialen hingegen liegt 19 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt. Beim Wärmeenergieverbrauch wird in Bezug auf unsanierte Bestandsfilialen eine Überschreitung des Durchschnitts um 19,4 Prozent angegeben. Rein technologisch ist dies das Potenzial, das durch die Umsetzung bewährter Maßnahmen mindestens gehoben werden könnte. Tatsächlich ist es in Einzelfällen noch viel größer, denn sehr wenig energieeffiziente, unsanierte Filialen kommen auf Spitzengesamtverbräuche von 700 kWh/qm Vkf. Hier kommen die Themen Wirtschaftlichkeit bzw. Verantwortlichkeit für die Immobilien ins Spiel.

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Nachhaltige Investionen

Bei Investitionen etwa in Kälteanlagen, wärmerückgewinnungsfähige Heizungs- bzw. Lüftungssysteme und in die Gebäudehülle liegen die Investitionen nach Angaben der Handelsunternehmen im Schnitt bei deutlich über 5 Jahren. In Gebäudehülle und Heizungssysteme wird vor allem dann investiert, wenn langfristig mit dem Gebäude geplant wird bzw. wenn es bestenfalls im Eigentum des Händlers steht. Da der etwa der deutsche Food-Handel seine Filialen jedoch zu mehr als 80 Prozent im Mietverhältnis betreibt, haben sowohl Mieter als auch Vermieter die Verantwortung für einen energieeffizienten Gebäudebetrieb. Auch die Politik ist gefragt, hier gezielt Anreize zu schaffen, um ihre Forderung nach einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen.

Quelle: EHI

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