27. Mai 2022 | Feature, ReTell, Shop Fitting, Store Design & Visual Merchandising

Mango stärkt Markenpräsenz in den USA

Von Katja Laska (exklusiv für EuroShop.mag)

Das spanische Modeunternehmen Mango treibt seine Expansion in den Vereinigten Staaten weiter voran. Das Ziel: eine einheitliche Markenpräsenz auf einem der großen Weltmärkte. Dabei wird auf Nachhaltigkeit, die Förderung des Branchennachwuchses und auf das Metaverse gesetzt.

„Die Eröffnung dieses neuen Flagship-Stores ist ein wichtiger Schritt, um unsere strategischen Ziele der internationalen Expansion und unser Vertriebs-Ökosystem voranzutreiben. Vor allem aber ist es der erste Schritt, um unsere Markenpräsenz in den Vereinigten Staaten, einem der wichtigsten Märkte der Welt, zu festigen“, sagte Toni Ruiz, CEO von Mango, bei der Eröffnung in der New Yorker Fifth Avenue. Seit ein paar Tagen können Kunden und Kundinnen auf 2.100 Quadratmetern in der 711 Fifth Avenue im Grande Dame-Gebäude Frauen-, Männer- und Kinder-Mode auf drei Etagen shoppen.

Von Nachhaltigkeit, …

Mango Flagship-Store von innen; Copyright: Mango

© Mango

Und bei der historischen Baut aus den 1920er kommt der erste Punkt zum Ausdruck: Der Modehändler hat darauf geachtet, dass Böden, Decken, Beleuchtung und andere Installationen möglichst restauriert statt neu gemacht werden. „Darüber hinaus wurden die Innenverkleidungen aus biologisch abbaubaren Materialien organischer Natur hergestellt. Insgesamt wurden bei diesem Projekt bis zu 70 Prozent der Materialien wiederverwendet“, heißt es von offizieller Seite. Die Nachhaltigkeit kommt dabei nicht nur architektonisch, sondern auch auf der Verkaufsfläche selbst zum Ausdruck. Wie auch andere Kolleginnen und Kollegen aus der Branche nimmt sich Mango dem Thema „Recycling“ an und bietet im Store sogenannte „Committed Boxes“ an. Hier kann die Kundschaft Schuhe und Kleidung abgeben, die dann wiederverwertet werden können.

… Metaverse

Bei der Eröffnung des Stores ging die Customer Journey für die Besucherinnen und Besucher über das stationäre Einkauferlebnis hinaus – nämlich auf eine Reise durch das Metaverse. Hierfür hat das Unternehmen eine digitale NFT-Kollektion mit fünf Werken dreier renommierter spanischer Künstler zusammengestellt und diese neu interpretiert. Das Ganze soll rund 14 Tage nach der Eröffnung am 11. Mai zu sehen sein. Physische Werke von Joan Miró, Antoni Tàpies und Miquel Barceló werden zusammen mit Bildschirmen, auf denen die NFTs zu sehen sind, ausgestellt. Auch hier spiegelt sich die Marke Mango wider, denn: Bei der Interpretation der Werke wurden verschiedene Kleidungsstücke aus der aktuellen Mango-Kollektion verwendet, die im Shop erhältlich sind.

Die Kollektion wird auch im Metaverse an den Koordinaten 16.78 im Museum District von Decentraland sichtbar gemacht, wo dann das physische, digitale und virtuelle Erlebnis zusammenlaufen. Von Jordi Álex, Direktor für Technologie, Daten, Datenschutz und Sicherheit bei Mango hieß es dazu: „Mango tritt durch diese neuen Projekte in Kontakt mit neuen Zielgruppen und wir können damit beginnen zu verstehen, wie jüngere Verbraucher in diesen Umgebungen interagieren“. Parallel dazu werden die fünf NFTs auf der OpenSea-Plattform, einem der führenden Marktplätze für nicht-fungible Token, über die Blockchain-Technologie hochgeladen, obwohl sie nicht zum Verkauf angeboten werden. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das Unternehmen mit dem Metaverse spielt. Auch im vergangenen März war Mango Teil der Metaverse Fashion Week. Zum Opening fuhr? man in New York aber nicht nur mit digitaler Kunst, sondern auch mit virtueller Kleidung auf: Zum Verkauf stehen Stücke aus der Damenkollektion wie die Claudie-Bluse und -Hose. Das Unternehmen hat auch eine virtuelle Brille entwickelt, die von der traditionellen Mango-Brille inspiriert ist.

… und Nachwuchsförderung

Toni Ruez war am Eröffnungstag ein viel beschäftigter Mann. Um die Verbundenheit von Mango zum amerikanischen Markt zu stärken, unterschrieb er zusammen mit Ben Barry, Dekan der Parsons School of Fashion, eine Vereinbarung, um Studierende und das „MPS Fashion Management Program“ der Parsons School of Fashion mit Stipendien zu unterstützen. In dem Programm wird der Branchennachwuchs in Bereichen wie Technologie, Sourcing, Marketing, Merchandising unterrichtet und soll auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Modewelt vorbereitet werden. Die Vereinbarung gilt fünf Jahre und sichert der Schule einen Fond von 250.000 US-Dollar zu.

Mit dem Store in der Fifth Avenue soll übrigens noch nicht Schluss sein für die Europäer in Amerika. Das Unternehmen nimmt sozusagen erst Anlauf und macht nach seinen Läden in New York als nächstes Halt in Florida, unter anderem in der berühmten Lincoln Road in Miami. Auch Texas, Nevada, Arizona und andere Bundestaaten stehen noch auf dem Eröffnungsplan. Insgesamt sollen in den nächsten drei Jahren mehr als 30 neue Boutiquen in den USA entstehen.

Tags: Customer Journey, Klimaschutz, Modeeinzelhandel, Nachhaltigkeit, Shopdesign, Storedesign, stationärer Handel
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