16. Dezember 2020 | Feature, Galerie, Retail Marketing, Visions of Retail

Stimmen aus der deutschen Retail-Branche

zusammengestellt von Julia Pott (exklusiv für EuroShop.mag)

Liegt die Zukunft des Einzelhandels im Kleinen, im Großen, im Digitalen, im Analogen? Das Jahr 2020 hat viele Fragen aufgeworfen, Herausforderungen aufgezeigt und einige Entwicklungen beschleunigt. Wie geht es 2021 weiter?

Dazu haben wir Stimmen aus der Branche eingesammelt, von Händlern, Herstellern, Verbänden und Wissenschaftlern. Mit welchen Schwerpunkten rechnen unsere Insider und was wird ihrer Meinung nach im kommenden Jahr unerlässlich? Hier gibt es Antworten.

Ein Mann im Anzug

© privat (Thalia)

 

Wir werden 2021 eine noch stärkere Verzahnung der Kanäle erleben: Neben innovativen Services wie Scan & Go, wird für Thalia Mayersche eine spielerisch einfache Omnichannel-Customer Journey, wie bei der Filialabholung, noch wichtiger. Dabei müssen Merkmale und Vorteile des stationären Einkaufs online noch konsequenter abgebildet und die Buchhandlungen um zusätzliche digitale Services erweitert werden.

Daniel Prüser, Experte OmniChannel Services, Thalia Mayersche

Ein Mann im Anzug

© HDE/Hoffotografen

 

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt. Dieser Trend begleitet den Einzelhandel auch 2021. Gefragt sind kreative Lösungen, mit denen stationärer Handel und Online-Handel erfolgreich Hand in Hand gehen. Dazu zählen etwa Online-Shops lokaler Händler oder Shopping-Events in den sozialen Medien.

Ein Mann im Anzug

© HAUSER

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer, HDE

 

Im Lebensmitteleinzelhandel werden Wohlfühl-Atmosphäre und Erlebnischarakter beim Einkauf immer wichtiger, und damit alles, was zu einem stimmigen Gesamtkonzept in den Märkten beiträgt (beispielsweise Licht, Holzdekore, Geruch, Akustik etc.). Multifunktionale Kühlmöbel oder Plug-In-Kühlmöbel ermöglichen den Betreibern hohe Flexibilität bei der Warenpräsentation.

Bernhard Bötscher, Produktmanagement, HAUSER GmbH

 

Ein Mann im Anzug

© Conrad Electronic

Der Trend geht ganz klar in Richtung Plattformökonomie. Mit unserer ‚Sourcing Platform‘ bieten wir schon heute für unsere Kunden einfache, schnelle und umfassende Beschaffungslösungen an. Neben der Digitalisierung setzen wir vor allem auf persönlichen Kontakt und individuelle Betreuung unserer Kunden.

Ralf Bühler, CSO B2B, Conrad Electronic

 

Ein Mann im Anzug

Quelle: Rheinische Post © Gerrit Heinemann

Covid-19 ist tödlich für den stationären Non-Food-Einzelhandel. Insofern wird 2021 das wichtigste Thema für die Retail-Branche: das Überleben in der andauernden Coronakrise. Die vom HDE prognostizierten 50.000 Geschäftsaufgaben bis 2021 bedeuten vor allem neue Leerstände für alle Innenstädte. Diese werden weder mit Einzelhandel noch mit Gastronomie oder Büroflächen zu füllen sein. Strukturschwache Mittelzentren haben nur dann eine Zukunft, wenn sie sich zu schönen Lebensräumen mit hoher Aufenthaltsqualität wandeln.

Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Center, Hochschule Niederrhein

 

Ein mann mit Brille

© 10CC GmbH

Ich erwarte die endgültige Abkehr von „Nachhaltigkeit als Marketing-Instrument“ hin zu tiefgreifenden, nachhaltigen Prozessen. Diese Strategie funktioniert einfach nicht mehr, wenn man nur eine Produktivitätssteigerung und Kostensenkungen für die eigene Marke erzielen möchte. Der stationäre Handel und E-Commerce müssen über das eigene Unternehmensumfeld hinaus einen wichtigen Beitrag leisten und in der Lage sein, Teil der Community zu sein.

Pablo Rodriguez, Chief Creative Officer, 10CC GmbH

 

Ein Mann im weißen Hemd

© Woolworth GmbH/sascha kreklau

In herausfordernden Zeiten ist es wichtig, Kunden in den Innenstädten Verlässlichkeit zu bieten. Viele Menschen haben den Anspruch, ihren Bedarf mit einem einzigen Einkauf zu decken. Mit einem breiten Sortiment und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis erfüllen wir diese Erwartung an über 450 Standorten bundesweit.

Lennart Wehrmeier, Geschäftsführer Expansion, Woolworth GmbH

 

Ein Mann im Anzug

© Glory

Durch die Corona-Krise kaufen Kunden vermehrt online ein. Der stationäre Handel muss daher auch 2021 mit innovativen Konzepten überzeugen – beispielsweise mit SB-Terminals, Shop-in-Shop-Lösungen oder SCO-Stationen – um Kunden mehr Flexibilität in der Bezahlung und ein vielfältiges Einkaufserlebnis zu bieten.

Thomas Rausch, Sales Director, GLORY Deutschland

 

Ein junger Mann im weißen Hemd

© Bitkom

Das Jahr 2021 wird einen extremen Innovationsschub im Onlinemarketing bringen. Immer mehr Händler haben in der Corona-Pandemie ihr Geschäft fit für den Onlinehandel machen müssen, sodass eine extreme Marktdichte entstanden ist. 2021 wird nun aussortieren: Nur wer kreativ Kunden anspricht und eigene Innovationen vorantreibt, bleibt im Markt.

Florian Lange, Referent Logistik & Handel, Bitkom e. V.

 

Ein Mann im Anzug

© Toshiba

Den Kunden mehrere Optionen anzubieten: Das wird für den Einzelhändler entscheidend sein, um auf politische Vorgaben und verändertes Kundenverhalten schnell reagieren zu können. Zum Beispiel durch den Service Click&Collect oder durch SB-Lösungen, die den Kassiervorgang beschleunigen und ermöglichen, zu anderen Abstand zu halten.

Christoph von Lingen, Country Sales Leader für Retail-Lösungen, Toshiba Deutschland

 

Ein Mann im schwarzen Pullover

© Scala

2021 wird das Jahr der interaktiven PoS-Kommunikation in Form von Displays. Diese können Fragen des Verbrauchers beantworten, die Beziehung zwischen dem Händler und dem Konsumenten stärken und das Branding intensivieren. Der Trend wird Richtung Erlebnis-Shopping gehen, der am Smartphone beginnt und zuhause nicht endet.

Matthias Hofmann, Area Sales Manager DACH, Scala

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